Neue Studien der Universität Ostfinnland zeigen, dass das soziale Umfeld einen erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer älterer Menschen hat. Während genetische Faktoren, Einkommen und der Zugang zur Gesundheitsversorgung oft im Vordergrund stehen, legen die Forscher nahe, dass die Struktur unseres sozialen Lebens tatsächlich biologische Auswirkungen hat.

Der Einfluss von sozialer Unterstützung

Ältere Erwachsene mit starken sozialen Unterstützungsnetzwerken leben im Durchschnitt zwei Jahre länger als diejenigen, die keine solche Unterstützung haben. Besonders für Menschen, die bereits häusliche Pflege erhalten, ist zuverlässige emotionale und praktische Unterstützung mit einem deutlich besseren Alltagsleben verbunden.
Diese Erkenntnisse stammen aus umfassenden Datensätzen, darunter 21 Jahre Follow-up-Daten aus der CAIDE-Studie, die einen der umfassendsten Blicke darauf bietet, wie verschiedene Formen von Unterstützung die Überlebensrate über Jahrzehnte hinweg beeinflussen.

Früher Unterstützung aufbauen

Die Forscher unter der Leitung von Doktorandin Catherine Kayonga betonen, dass der Aufbau sozialer Beziehungen nicht nur im Alter erfolgen sollte. Präventive Maßnahmen sollten das soziale Engagement über alle Lebensphasen hinweg fördern, nicht nur im Ruhestand.
Kayonga erklärt: „Wir fanden heraus, dass der Zugang zu sozialer Unterstützung mit einer höheren Lebensqualität verbunden war, während Menschen mit weniger sozialer Unterstützung eine niedrigere Lebensqualität erlebten.“

Bildung und Lebensqualität

Die Forschung hebt auch den Einfluss von Bildung auf das Wohlbefinden im späteren Leben hervor. Soziale und kognitive Ressourcen, die in früheren Lebensphasen aufgebaut werden, können langfristige Resilienz bieten.
Zudem wurde festgestellt, dass Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten wie Baden, Ankleiden oder Mobilität mit einem drastischen Rückgang der Lebensqualität verbunden sind. Die Autoren der Studie fordern, dass häusliche Pflegesysteme sowohl medizinische als auch soziale Bedürfnisse berücksichtigen, um vermeidbare Verschlechterungen zu verhindern.

Langsame biologische Wege der Unterstützung

Wichtig ist, dass die soziale Verbundenheit nicht stark mit kurzfristigen Stressmarkern wie Cortisol korreliert, was darauf hindeutet, dass Beziehungen ihre Vorteile durch langsame, stetige biologische Wege und nicht durch momentane emotionale Schwankungen entfalten.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gesunde Ernährung und regelmäßige Fitness essentielle Bausteine für ein langes Leben darstellen. Doch die neuen Erkenntnisse betonen die Bedeutung eines starken sozialen Netzwerks. Investieren Sie in Ihre sozialen Beziehungen – sie könnten nicht nur Ihr Wohlbefinden steigern, sondern auch Ihre Lebensdauer verlängern. Achten Sie darauf, sowohl Ihre körperliche als auch Ihre soziale Gesundheit aktiv zu fördern.